Sei nicht beschäftigt

Wir sind alle beschäftigt. Schau dich doch nur mal um: Alle sind immer am Machen und Tun. Meistens tun wir sogar mehrere Dinge gleichzeitig. Es reicht nicht mehr, einfach nur eine Sache zu tun.

Wir sind alle beschäftigt. Schau dich doch nur mal um: Alle sind immer am Machen und Tun. Meistens tun wir sogar mehrere Dinge gleichzeitig. Es reicht nicht mehr, einfach nur eine Sache zu tun.

Oft ergibt sich ein bizarres Bild: Menschen mit dem Gesicht vor einem leuchtenden Bildschirm. Ihr Gesicht nach unten gewandt. So wandeln sie umher. Selbst beim Laufen werden nur die allernötigsten Blicke nach vorne geworfen. Es wird wohl Zeit, dass wir ein weiteres Paar Augen bekommen. 

Wir leben in einer beschäftigten Welt. Beschäftigt zu sein, wird oft als Zeichen gesehen, dass man produktiv ist. Dass man wichtig ist. Dass man hart arbeitet und einen bedeutenden Beitrag leistet. Dass man es richtig macht. Wohl in Ermangelung an besserer Orientierung. Möglichst immer mehr machen. Und sobald eine Lücke zu sehen ist, stürzen wir uns auf das nächste Projekt. Auch unsere Freizeit wird möglichst immer verplant und vollgestopft. Schließlich gilt es keine Zeit zu verschwenden.

Sicherlich gab es mal eine Zeit, in der Mitarbeiter möglichst beschäftigt sein sollten. Nur fleißige Bienen, die einfache Aufgaben bewältigen. Doch kaum jemand arbeitet noch am Fließband. Trotzdem werden viele Menschen weiterhin danach beurteilt, wie beschäftigt sie sind. Wie viele E-Mails sie schreiben. Wie viele Anrufe sie tätigen. Wie viele Zeichen Code sie produzieren. Wie viele neue Features erstellt werden. Wie viele Meetings sie besuchen. Wie viele Stunden sie anwesend sind.

Wir Menschen sind keine Maschinen und sollten uns auch nicht als solche sehen. Diese Analogie war auch für die Wirtschaft niemals wirklich relevant. Lean Thinking hat nachhaltig gezeigt, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, die Auslastung einer Maschine zu maximieren, um die Gesamtproduktivität zu erhöhen. Und wenn es darum geht, kreativ zu sein, Probleme zu lösen und Sachen zu gestalten, ist ”beschäftigt sein“ sicherlich kein Erfolgsfaktor.

Trotzdem, irgendwie meinen wir weiterhin, dass es erstrebenswert wäre, beschäftigt zu sein. Und selbst wenn wir merken, dass alles zu viel wird, planen wir den ”Ausgleich“ ein. Wieder eine Sache mehr, die wir tun. Und so dreht sich das Hamsterrad weiter und weiter.

Was ist die Alternative? Nichts zu tun? Denn natürlich müssen wir arbeiten. Wir müssen gewisse Dinge tun. Gerade wenn man Ambitionen und Ziele hat, muss man nun mal viel tun – also beschäftigt sein. Oder nicht?

Ich denke nicht. Es ist wichtig, einige Sachen zu tun. Doch statt einfach nur beschäftigt zu sein, sollten wir uns fokussieren. Fokussiert das Wesentliche voranbringen. Oberflächig mag der Unterschied nicht sichtbar sein. So verbringt eine beschäftigte Person ebenso wie eine fokussierte Person viel Zeit damit, Dinge zu erledigen. Doch eine fokussierte Person macht sich bewusst Gedanken über das Was, Wie und Warum. Es geht nicht einfach nur darum, möglichst viel, möglichst schnell zu tun. Stattdessen gilt es das Wesentliche zu tun.

Praktisch bedeutet das, dass man deutlich weniger macht. Weniger, aber besser. Das mag vielleicht nicht so gut klingen, wenn man anderen davon erzählt. Vielleicht wird man sogar nicht mal dafür belohnt. Vielleicht ist es einfacher, beschäftigt zu sein. Ich möchte dich trotzdem ermuntern, dich lieber zu fokussieren. Sei nicht beschäftigt. Sei fokussiert. Widme deine ganze Aufmerksamkeit nur wenigen Sachen. Dafür bist du dann voll und ganz da. Dafür machst du diese Sachen, dann besonders gut. Dafür tust du das, was sich eigentlich eh besser anfühlt.

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